Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Freie Kunst

von

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GREETINGS AN DIE EU-AUSSTEIGER

Auch wenn sie bald nicht mehr zu uns gehören: In mancher Hinsicht sind die Noch-Mitglieder von der Insel ziemlich vorbildlich. Zum Beispiel mit ihrem Kulturbetrieb. Neueste Attraktion der Londoner Museenlandschaft ist der Erweiterungsbau der sowieso schon gewaltigen Tate Modern, dem ehemaligen Kraftwerk an der Themse, dessen Umbau den Schweizer Architekten Herzog de Meuron seinerzeit den Pritzker Prize einbrachte. Jetzt haben selbige eine verdrehte Pyramide dazu gebaut, deren Hauptattraktion die Aussichtsplattform kurz unterhalb der Spitze ist. Auch die Ausstellungsräume, alle trotz meist fehlendem Tageslicht sehr gut ausgeleuchtet auf entwurfsbedingt jeweils unterschiedlich aufgebauten Ebenen, können sich sehen lassen. Sie dienen vor allem dazu, einen Teil der umfangreichen Sammlung des Museums der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Die nimmt das Angebot dankend und zahlreich an, nicht zuletzt dank einer britischen Besonderheit. Der Eintritt in Museen ist dort grundsätzlich umsonst. Nur spezielle Ausstellungen sind von dieser Regelung ausgenommen. Auch wenn sich zu vielen Menschen, wie zu meinem Taxifahrer diese generöse Geste noch nicht herumgesprochen hat, viele nutzen diese Maßnahme, die Kunst den Menschen zugänglich zu machen. Auch die Kulturvertreiber sind stolz auf diesen Coup und weisen auf großen Kästen im Eingangsbereich mehrfach ausdrücklich darauf hin, wie man oben sehen kann. Sie haben aber noch einen anderen Hinweis, den man entdeckt, wenn man sich den Kasten von der Seite anschaut. Dort bitten sie um eine Spende und haben auch ziemlich konkrete Vorstellungen, um was für eine:

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Ganz umsonst ist die Kunst eben doch nicht: Entweder man zahlt ein paar Pfund oder mit dem schlechten Gewissen. Andererseits: Das ehrwürdige Victoria & Albert Museum schlägt gleich 5 Pfund als milde Gabe vor. Aber es ist alles noch immer nichts im Vergleich zu den meisten Eintrittspreisen, die international gern schon oft zweistellig sind. Da gibt man doch gern.

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