Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Architektur

Glücklich ist, wer vergisst

von
Kraftwerk Dresden

GREETINGS FROM STAATSOPERETTE Schnell noch ein unbelasteter Gruss aus Dresden/Sachsen, bevor hier Rechte dreistellige Siege melden. Kann man ein Land (heute Bundesland, früher Königreich, Freistaat, Bezirk) ernst nehmen, das in der Alltagssprache ein Wort wie NU verwendet, wenn es JA meint? Oder das noch 1967 eine „Staatsoperette“ etabliert? Wie und wo diese allerdings seit neuestem residiert, dürfte Besucher in der Tradition der 67er-Helden Rudolf Schock und Annnelise Rothenberger ziemlich erschrecken. Und auch wir postsozialistischen Stadtbilderklärer staunen: Fledermaus und Weisses Rössl laufen jetzt, ein paar hundert Meter von der Semperoper entfernt, in einem hypermodern umgebauten Innenstadt-Gasheizwerk aus den 20er Jahren. In den Nachbarhallen ein Alternativ-Theater, ebenfalls im  coolen Ziegel-Stahl-Glas-Look; das ziemlich grosse Restareal soll Kreativen offenstehen. Lohnt es sich auch für nicht Operettenfreunde? Ich sag mal: Nu! Beeindruckte Grüsse sendet ROLF

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DDR-Style

von
GF_DDRStyle2

GREETINGS FROM DDR-DECO War da was? Was eigenes? Greetings From will nun nicht Wallpaper übertreffen, das sich bei neu entdeckten rumänisch-bulgarischen Plattenbauten jedesmal wegwirft vor architektonischer Begeisterung. Aber man stösst in den Ost-Bundesländern durchaus immer wieder auf Spuren eigener und eigenwilliger Gestaltungsideen –  und zwar meist im Kleinen. Der Westen hatte seine Kunst am Bau, der Osten Betonsteine im seriellen Raster, wenns ganz verwegen sein sollte, auch schon mal sehr volkseigenen asymmetrisch. Und wenn man ehrlich ist gegenber der sozialistischen Ästhetik: Es war nicht alles schlecht. Rastergrüsse sendet ROLF  

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Exotik an der Elbe

von
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GREETINGS FROM DRESDEN Eine Kuppel wie auf Kairoer Kalifengräbern, ein Schornstein wie ein Minarett-Turm: Als der Orient noch exotisch aber ansonsten weit weg war, liess sich 1909 der Dresdner Fabrikant Hugo Zietz eine neue Zigarettenfabrik als „Tabakmoschee“ bauen. Klein schmückte sie als Signet die Packungen von „Salem Aleikum“-Zigaretten, gross steht sie noch immer am Dresdner linken Elbufer – ein Wunder nach Flächenbombardierung und DDR Tristesse – und beherbergt heute Büros und ein Restaurant. Bei dem schönen Wetter aber lieber rüber auf die andere Elbseite, ins Ballhaus Watzke, auch ein Dresdner Original. In der Sonne geht der Blick aus dem Biergarten bis zu den Barocktürmen der City. Sehr entspannt, sehr einladend, sowas hatte ich gerne bei mir um die Ecke. Nur bitte, liebe Dresdner, hier im Ballsaal nicht so oft Herrn Höcke reden lassen. Sonst könnt Ihr Euer Bier hier alleine trinken. Von der sächsischen Elbe grüsst ROLF  

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Baustelle Berlin

von
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GREETINGS FROM MITTE  Heute nur ein schnelles Baustellen-Update aus Berlin-Mitte. Chipperfield hat sein Museumsinsel-Zentral-Entree fast fertig. Mir scheint es im Verhältnis zu den anderen, den Original-Kollonaden fast zu filigran ausgefallen. Ein par hundert Meter weiter, beim Schloss-Neubau eher das Gegenteil: Wirkt die Ostfassade für das geplante weltoffene Humboldt-Forum nicht ein bisschen sehr fascholastig, post- oder pre-? Ich frag ja nur mal. Und ich fürchte, so viele Einheits-Wippen – oder auch Flussbäder – kann man als Ausgleich auf der anderen Seite gar nicht bauen. Aber es gibt auch unpolitische Neuigkeiten – immer mehr Edelfassaden mit neuartigen Dekorelementen (im Bild unten Schinkenplatz 5, hinter der Bertelsmann-Repräsentanz). Als wär’s inzwischen selbst den Architekten etwas zu viel mit der Strenge. Berliner Grüsse sendet ROLF

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Architekturspiele

von
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  GREETINGS VOM DACH Spät, aber Weltklasse – ich beneide alle, die noch in 2o17 das Glück haben, die neue Hamburger Elbphilharmonie auch von innen zu erleben. Also von ganz innen und nicht nur von der Aussichtsplattform – die aber auch schon atemberaubend ist. Dass Herzog/deMeurons Entwurf innen wie aussen von Scharouns Berliner Philharmonie inspiriert ist, wusste jeder. Ich muss aber gestehen: ich wusste nicht wie sehr. Bis ich jetzt zufällig an deren Westseite vorbei ging und sah, daß die Schweizer auch ziemlich eindeutig die markant-scharfkantige Dachwelle aus Berlin mitgenommen haben – den Hamburgern haben sie dann etwas a la Synthese aus Notenschwüngen & Meereswellen erzählt… Das macht ja Berlin nicht ärmer – anders als die Aldi-Scheune, die die gleichen Herzog/deMeuron den Berlinern als neues Museum andrehen wollen. Architektur-Gruesse von ROLF

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