Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Smiles

DDR light

von
GF_DDR-Rasthaus1

GREETINGS FROM HERRLESHAUSEN Ist zur Einheit bzw. Nicht-Einheit schon alles gesagt, gedacht, gezeigt? Nicht dieser Fotobeweis, weltexklusiv erstmals hier auf Greetings From in die Debatte geworfen: entgegen aller Pessimisten gibt es ein gedeihliches Miteinander von West- und Ostmentalitäten! Und wie so oft ist es die Ästhetik, die uns für aktuelle Befindlichkeiten die Augen öffnet. Als unerschrockenen Außenreporter melde ich mich zum Tag der deutschen Einheit von der Tankstelle Eisenach Nord. Sieht aus wie eine DDR-Grenzstation? Das ist ja der Witz: In einer Mischung aus Geld-Sparen-Wollen und etwas skurriler Heimatkunde hat man hier an der Autobahn zwischen Hessen und Thüringen die Flutlichtmasten stehengelassen, das XXL-Dach der Passkontrolle mit einer gelb-roten SHELL-Banderole verkleidet und wo früher der leitende Offizier der Grenztruppe sass, ein Panorama-Cafe eingerichtet. Und, ich wollte es erst nicht glauben: es funktioniert – auf soetwas kommt doch kein Kabarettist oder Satire-Autor! Nachdenkliche Grüsse von ROLF

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Berlin und sein Hundekopf

von
Hundekopf*

GREETINGS FROM BAHNSTEIG Wann es angefangen hat, weiss ich nicht mehr. Ob es je nochmal aufhört, auch nicht: Wann immer ich auf einen Berliner Stadtplan schaue, sehe ich einen Hundekopf. Wie bei einem dieser psychologischen Tests –  wobei damit in Berlin nur getestet wird, ob man Berliner ist oder Tourist. Denn Alteinwohner kennen die Silhouette seit 1877, so alt ist die Bahnstrecke, die damals weit um die Stadt herumfuhr, heute markiert sie gleich mehrfach den Citybereich, als Fahrscheingrenze, als Umweltzone und neuerdings auch als Makler- und Sozial-Signal: Wer jetzt nicht innerhalb des Berliner S-Bahnrings wohnt, wird es, geldmässig gesehen, so bald nicht mehr können… Von fern – ungefähr, wo der Hund hinspucken würde – grüsst ROLF

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Wahlkampfhilfe

von
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GREETINGS FROM HOMER Dass man ruhig unsagbar blöd und borniert sein kann und trotzdem gut durchs Leben kommt, beweist seit mehr als einem Vierteljahrhundert das Familienoberhaupt einer ziemlich gelben Familie: Homer Simpson. Dass das auch im richtigen Leben funktioniert, beweist mindestens ebenso lange ein Mann mit ziemlich gelben Haaren. Der hat es nach allerlei zwielichtigen Immobiliengeschäften und Veranstaltungen von Model-Contest-Shows sogar zum Präsidenten eines (noch) nicht unbedeutenden Staates gebracht. Dass aber letzterer bei seinem letzten Coup (der feindlichen Übernahme einer Supermacht) bei ersterem abgekupfert hat, ist doch mehr als schockierend. Nicht, dass er abgekupfert hat. Das war nicht anders zu erwarten. Aber dass ausgerechnet mein Held im wahren Leben, der trotz allem so liebenswerte Homer die Blaupause für den aberwitzigen Wahlerfolg geschaffen hat, ist eine Schande. In der genau 200sten Folge will Homer aus welchen Gründen auch immer Müllbeauftragter von Springfield werden und führt einen Wahlkampf, der so perfide wie dämlich…

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Klassiker aus dem Handgelenk

von
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GREETINGS ANS VISUELLE Der natürliche Feind eines Autoren ist nicht der Textchef oder Chefredakteur, sondern jeder Vertreter des grafischen Gewerbes. Wenn Textproduzenten oder Redakteure manchmal zynisch oder erschöpft wirken, dann hat das mit seiner Art ein Kreativer dieser Zunft getan, die Texte an Stellen kürzer haben will, an denen es inhaltlich unmöglich ist, während sie umgekehrt in Überschriften Füllwörter verlangt, die jeden sprachlichen Rhytmus zerstören, was aber nur jemand merkt, der liest, und das tun diese Menschen (m/w, egal) nicht, wozu auch, sie sind ja Augenmenschen. So, wie wir Merz-Rhetoriker sagen. Diese Wutrede war nötig, denn nur so kann ich meine Überraschung weitergeben, dass es auch mal andersrum sein kann. Für ein neues Special zum 60jährigen Jubiläum von „Architektur und Wohnen“* habe ich gerade ein paar Texte über 60 Design-Ikonen beigesteuert – und war sprachlos, als ich zum erstenmal das grafische Konzept sah: Statt üblicher Freistellerfotos hat die Illustratorin Karin Kellner die Interieurklassiker in einer Technik skizziert, irgendwo zwischen Spontanpaintig und Kalligrafie. Damit gewinnt sie tausendmal gesehenen Objekten neue Ansichten ab, mal durch…

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Erfrischend

von
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GREETINGS VON DRAUSSEN Aus aktuellem Anlass eine Heftkritik, nein, ein Lob. Lifestylemagazine gibts ja eigentlich nur aus einem Grund: für die ästhetischen Updates. Und ich muss gestehen, dass ich rund ums Design den alljährlichen After-Messe-Reports nicht mehr ganz so entgegenfiebre, entweder man langweilt mich mit endlosen Freisteller-Industriefotos wie aus dem Katalog oder, wenns aufwendiger sein darf, erkenne ich oft vor lauter Originalitätsbemühungen das Produkt nicht mehr. Und bei Badthemen ist das auch nochmal extraschwer. Ich erinnere mich an Kollegen, die bauten Badezimmer in einen LKW ein, um  dann aus ihm heraus, vor Photoshop& Co, in die Landschaft zu fotografieren, als sei es die reale Badfensteraussicht. Die Luxuswanne direkt vor  Dünengräsern ist aber ungefähr so realistisch wie, äääh – wie daß alte Badewannen schon immer als Viehtränke  oder -krippe genutzt wurden. Insofern ist die Idee des SZ-Magazins* (Nr. 22 vom 2. Juni) brillant. Eine Reportage aus der Zukunft. Und zugleich eine Style- und Produktstory. Neidisch werde ich nur, wenn ich mir den Etat dieser Acht-Seiten-Strecke vorstelle. Was allein die Logistik…

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