Inspektionsreisen durch die Stilwelt

Tag archive

Hamburg

Vom Verschwinden der Medienhäuser

von
GF_Verlage2

GREETINGS FROM ABBRUCH. Weg, für immer. Eben noch gefürchtet oder gehasst, blendet einen plötzlich riesiger grauer Hamburg-Himmel, wo jahrzehntelang die Axel-Springer-Zentrale die Strasse verdunkelte; Abbruchbagger in Doppelreihen machen die historischen Druckereihallen platt. Ich wusste das nicht und stiess zufällig darauf. Ein trauriges Bild. Kaiser Wilhelm-Strasse, Warburgstrasse, Baumwall: wieviele Journalistengenerationen haben sich an diese Adressen beworben, alles Geschichte. Der frühere Gruner+Jahr-Bau an der Alster steht heute vergessen wie eine Investitionsruine hinter dem Sicherheitszaun des USA-Konsulats, er war den Verlagsmanagern zu klein. Sein Nachfolger am Baumwall ist ihnen inzwischen zu gross. Die neuen Traum-Bewerbungsadressen sind virtuelle. Historisch-sentimentale Grüsse von ROLF

Keep Reading

Stadt der Superlative

von
IMG_0930

GREETINGS VON DER MESSESTADT HAMBURG So, und damit es nicht heißt, ich hacke immer nur auf der wehrlosen Hauptstadt herum, das tut ja mein Fast-Berliner Mitblogger Rolf schon selbst genug, heute mal wieder etwas fast berlinerisches aus der Hansestadt, die es mir seit fast 30 Jahren leidlich schwer macht, sie Wahlheimat zu nennen. In dieser Zeit wurde mir geschätzt dreimal täglich von den inoffiziellen Verlautbarungsorganen Mopo und Radio Hamburg versichert, dass ich mich in „der schönsten Stadt der Welt befinde“. Was mindestens für Menschen richtig ist, deren Welt in Buxtehude und Norderstedt ihrem Ende entgegen geht. Bei den Indizien für die tollste Stadt wurde nicht vor absurden Argumenten wie „dem ehemals größten Bananenspeicher Deutschlands“ zurückgeschreckt, nicht vor schwer belegbaren Behauptungen, es sein die grünste Stadt Deutschlands“ und schon gar nicht vor der Vorwegnahme trumpscher Strategien wie „alternativer Fakten“: regelmäßig behaupten Moderatoren, Mediatoren und Meteorologen (bestochene wahrscheinlich), Hamburg habe „die meisten Sonnenstunden…

Keep Reading

Architekturspiele

von
img_3841

  GREETINGS VOM DACH Spät, aber Weltklasse – ich beneide alle, die noch in 2o17 das Glück haben, die neue Hamburger Elbphilharmonie auch von innen zu erleben. Also von ganz innen und nicht nur von der Aussichtsplattform – die aber auch schon atemberaubend ist. Dass Herzog/deMeurons Entwurf innen wie aussen von Scharouns Berliner Philharmonie inspiriert ist, wusste jeder. Ich muss aber gestehen: ich wusste nicht wie sehr. Bis ich jetzt zufällig an deren Westseite vorbei ging und sah, daß die Schweizer auch ziemlich eindeutig die markant-scharfkantige Dachwelle aus Berlin mitgenommen haben – den Hamburgern haben sie dann etwas a la Synthese aus Notenschwüngen & Meereswellen erzählt… Das macht ja Berlin nicht ärmer – anders als die Aldi-Scheune, die die gleichen Herzog/deMeuron den Berlinern als neues Museum andrehen wollen. Architektur-Gruesse von ROLF

Keep Reading

Geheim: Eine Markthalle an der Alster

von
GF_MarkthalleBreslau2

GREETINGS AUS DER MALL Mit seinem Glas-Optimismus hat Hadi Teherani dem steinernen Hamburg lange Jahre sehr gut getan. Man tut dem Architekten aber wohl kein Unrecht, wenn man sagt: die Europapassage an der Binnenalster (Baujahr 2006) gehört nicht zu seinen stärksten Stücken. Die Shoppingmall an der teuersten Stelle Hamburgs wirkt eigenartig provinziell, von außen scheint sie falsch proportioniert, von innen viel zu unruhig – trotz des markanten, klaren Bogen-Signets. Aber auch in ästhetischen Straftaten gibt es Verjährungen und ich erzähle hier nur noch deshalb einmal davon, weil ich gerade am Oderufer in Breslau – das heute polnisch ist und Wroclaw heisst – so etwas wie das bewusste oder unbewusste Vorbild gesehen habe: die alte Markthalle von 1906. Dagegen fällt die Hamburger doch noch einmal deutlich ab und man kommt ins Grübeln. Wenn die ältere Architektur jünger wirkt als die jüngere und die jüngere älter als die ältere, muss wohl irgendwo etwas schiefgelaufen sein… Grüsse von gestern sendet ROLF

Keep Reading

Wasserstadt Hamburg

von
GF_Alster

GREETINGS FROM SELBSTBETRUG Zu den Zaubertricks von Hamburg gehört die Art, wie man dort mit dem Wasser umgeht. Moralisch wie strafrechtlich gesehen liegt das zwischen sehr unhanseatischer weil betrügerischer Bilanz und  Konkursverschleppung aus Selbsttäuschung. Einerseits kriegt sich das offizielle Hamburg gar nicht mehr ein vor lauter nassem Eigenlob – Die Stadt im Strom, Der Hafen als Tor zur Welt, Mehr Brücken als Venedig -, das andere Extrem aber merkt man jeden Sommer. Hamburg liegt am Wasser und hat einen grossen aufgestauten See, der bis in die City reicht, aber es gibt in Deutschland wohl keinen geographischen Punkt, der weiter entfernt ist von einer offenen Bademöglichkeit. Nun kann Hamburg ja nicht dafür, daß es bei früheren Eiszeiten naturseemäßig nicht ganz so gut wegkam wie Berlin oder München, wo man sich nach höchstens einer Stunde an einem einladenden Badeufer in die Menschenmenge oder in die Wellen fallen lassen kann. Dass sich aber sogar eine Nur-Noch-Geldstadt wie Zürich eine schwimmende…

Keep Reading

1 2 3 5
Go to Top