Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Ein bisschen Spass muss sein

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GREETINGS FROM ESBJERG Grüss Dich, mein lieber Rolf! Zugegeben, ich habe mich bei Dir und unseren Mitlesern schon länger rar gemacht, war viel unterwegs und nicht so schreibfreudig. Gelobe Besserung. Erster Schritt ist eine kleine Anekdote aus meinem/unseren Beruf von einer meiner letzten Reisen. Dir werde ich ja nichts Neues erzählen, wenn ich erwähne, dass wir mit allerlei Überraschungen, Irritationen, Skurillitäten, aber auch gelegentlichen Glücksmomenten zu rechnen haben. Eine dichte Ansammlung solcher Gefühlswallungen erlebte ich letzte Woche auf und in (ja!) einer zugigen und trotz angeblichem Sommer frischen und vernieselten Düne nahe Esbjerg. Für nicht so geographisch Eingeweihte: im relativ südlichen Teil der dänischen Nordseeküste. Was ich gar nicht wusste: Bis hier hin hatte die Deutsche Wehrmacht ihren Atlantik-Wall ausgedehnt mit Befestigungsanlagen noch größer als die bekannten in der Normandie.  An einem dieser Bunker  hat das dänische Star-Architekturbüro BIG ein im weitesten Sinne Heimatkundemuseum errichtet, genauer: in die Düne eingegraben. Kopf des Büros…

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Zum Style-Trip zurückbleiben bitte!

von
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GREETINGS VOM UNDERGROUND Wer von den 70ern nicht nur die hässliche Seite sehen möchte, kann das in Berlin tun. Both Sides Now, wie wir Pophistoriker sagen. Auf der U-Bahn-Linie 7 zwischen Spandau und Charlottenburg haben sich Tunnel-Dekore erhalten, die zur Premiere von Architekten als modisch belächt wurden. Heute  gefallen sie genau deswegen: gut konservierter optimistischer Zeitgeist. Entworfen vom damaligen Senatsbaudirektor Rainer G. Rümmler und verwirklicht ab 1980, fangen sie gleich zwei Dekaden zwischen Hippie-Psychedelic und früher Postmoderne ein. Der märchenhafteste Kachel-Tunnel (Station Paulsternstrasse von 1984) sollte an Schmetterlinge, Rohrpflanzen und Blumen der früheren Spree-Moore erinnern. Oder hat da der Amtsbaurat was falsches geraucht und von Mailand und Memphis geträumt, ohne dass es jemand gemerkt hat? Zum erstenmal fällt mir auf:  So ähnlich wars vermutlich tatsächlich in Mailand rund um Sottsass & Freunden – und die Memphis Ästhetik ist eigentlich nichts anderes als etwas scharfkantigerer Hippie-Style. Schon wieder was gelernt – und das in Berlin!  Berauschte Grüsse von ROLF

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Im Zeittunnel

von
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GREETINGS AUS DEN 70ERN Geld stinkt nicht? Doch, ein bisschen müffelt es. Dazu das funzelige Licht. Aber ich will nicht klagen, es hat sich ja gelohnt – einmal falsch abgebogen und ein wissenschaftliches Rätsel gelöst: Es GIBT Zeittunnel. Wer vom Berliner Kurfürstendamm Nr. 207 das gleichnamige Karree betritt und mutig immer geradeausgeht, auch dann noch, wenn die Läden leer sind, die Schritte hallen, der ist in Minuten in den 70er Jahren gelandet, allerdings in der hässlichen Version. Für die alten Rasterdeckenleuchten gäbe zwar nicht nur Konstantin Grcic ein bis zwei Finger, dürfte er sie neu entwerfen (wie wir Design-Rating-Agenten sagen), doch ansonsten dominiert die ganze überlagerte Tristesse der Siebziger, in denen man immer riesiger baute und zum Ausgleich Retrogemütlichkeit  zwischen Flohmarkt- und Oma-Ästhetik mochte. Vorbei, auch in den Kneipen „bei Manne“ oder im „Veltinsstübchen“. Nur das Geld hat Geduld, nach endgültiger Entmietung will sich die Riesenimmobilie neu erfinden, nicht mehr als „Karree“ sondern nach dem Vorbild der Münchner „5 Höfe“ in aufgelockerter Flagshipstore-Urbanität. Historische Grüsse von ROLF PS: Wer in Berlin…

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Abschiedsstress

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GREETINGS FROM THEATER Heute nur ein schneller Gruss, weil im Terminstress. Der gefährlichste Moment im Leben eines Journalisten (ausser Kriegsreporter) ist der Chefredakteurswechsel; das kann schonmal den Job kosten, muss aber nicht. Was ich nicht wusste: im Theater ist dies um einiges dramatischer; hier bedeutet Intendantenwechsel: die alte Administration soll (wie gerade das Berliner Ensemble) oder will (Volksbühne) das Haus besenrein übergeben – das Neue will mit dem Alten nichts zu tun haben, Neustart total, mit drastischen Folgen z.B. für die Schauspieler, deren Verträge automatisch auslaufen. Schlimmer: Weil Intendanten nicht weniger zynisch sein können als Chefredakteure, nutzen sie dies sogar noch zum Eigenmarketing und klagen darüber, daß all ihre wunderbaren Inszenierungen, eine nach der anderen, zum letzten Mal zu sehen sind. Bei mir hats gewirkt wie beim dümmsten Teleshopper, wenn vom Perlencollier-Schnäppchen nur noch wenige Exemplare da sind: ich hab‘ einen Monat vor Schluss noch ein Abo für das Berliner Ensemble abgeschlossen und bin jetzt mehrmals die Woche unterwegs, um noch möglichst viel Brecht-Stücke zu…

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Im Ärztehaus

von
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GREETINGS FROM GESUNDHEITSWESEN Neulich im Ärztehaus (ich schreib‘ mal nicht, welche Stadt): aus Versehen im Fahrstuhl die falsche Taste gedrückt und in der Tiefgarage gelandet. Und gestaunt: wie Krankenwagen sahen die Autos nicht aus. Ach, hätte ich in der Schule doch mehr aufgepasst. Oder wenigstens beim Autoquartett. Neidische Grüsse von Kassenpatient ROLF

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