Inspektionsreisen durch die Stilwelt

Author

Rolf

Rolf has 145 articles published.

Einer gegen alle

von
GF_Wanders1

  GREETINGS FROM ANTI-MINIMALISTEN Ein Irrtum, und was für einer. Als 1995 der „Knotted Chair“ im Cappellini-Katalog erschien, war er eine Sensation. Und der bis dahin ausserhalb Hollands kaum bekannte Marcel Wanders  mit seinem ersten Sitzmöbel sofort auf Augenhöhe mit Arad, Morrison und Dixon, den Designer-Superstars der Dekade. Beim geknoteten Sessel sah man weniger die Knoten als die absolute Reduktion des Phänotyps Sessel, er sah aus wie das pure Innenkonstrukt eines Sitzmöbels, dem man alle Polster entrissen hatte  – und der Designer konnte nur ein gewitzter Minimalist sein. Was für eine Täuschung. Schaut man heute denselben Sessel an, sieht man, genau umgekehrt, vor allem die Knoten, die Schlingen, das Dekorative, denn Wanders erwies sich gegen den Zeitgeist als opulentester Designer seiner Generation. Von A&W wird er jetzt zur Kölner Möbelmesse als „Designer des Jahres“ geehrt und ich durfte ihn für ein Portrait in seinem Amsterdamer Studio besuchen. Ein fasziniereder Tag, voller Widersprüche. Und wie immer sind die Geschichten hinter…

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Aus der Immobilien-Szene

von
GF_Makler

GREETINGS VOM MAKLER Kurz vorm ästhetischen Jahresschluss noch mal gute Stylenews – und sie kommen aus der von uns allen so geliebten Immobilienbranche. Mit einer neuen Übersetzersoftware bekommen wir SchönerWohnenAngebote jetzt immer öfter wieder auf Deutsch. Buzzword: Kundennähe!  Auch bei der Akquise neue Vermittlungsaufträge. Mussten Wollen-Sie-Ihr-Haus-verkaufen?-Anfragen bisher immer etwas unschön möglichst schnell nach einem Todesfall den Witwen noch ins Trauerhaus durchgesteckt  werden, wartet der sensible Maklerdienstleister jetzt verständnisvoll im Immobiliensalon. Lobende Grüsse von ROLF

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DDR light

von
GF_DDR-Rasthaus1

GREETINGS FROM HERRLESHAUSEN Ist zur Einheit bzw. Nicht-Einheit schon alles gesagt, gedacht, gezeigt? Nicht dieser Fotobeweis, weltexklusiv erstmals hier auf Greetings From in die Debatte geworfen: entgegen aller Pessimisten gibt es ein gedeihliches Miteinander von West- und Ostmentalitäten! Und wie so oft ist es die Ästhetik, die uns für aktuelle Befindlichkeiten die Augen öffnet. Als unerschrockenen Außenreporter melde ich mich zum Tag der deutschen Einheit von der Tankstelle Eisenach Nord. Sieht aus wie eine DDR-Grenzstation? Das ist ja der Witz: In einer Mischung aus Geld-Sparen-Wollen und etwas skurriler Heimatkunde hat man hier an der Autobahn zwischen Hessen und Thüringen die Flutlichtmasten stehengelassen, das XXL-Dach der Passkontrolle mit einer gelb-roten SHELL-Banderole verkleidet und wo früher der leitende Offizier der Grenztruppe sass, ein Panorama-Cafe eingerichtet. Und, ich wollte es erst nicht glauben: es funktioniert – auf soetwas kommt doch kein Kabarettist oder Satire-Autor! Nachdenkliche Grüsse von ROLF

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Glücklich ist, wer vergisst

von
Kraftwerk Dresden

GREETINGS FROM STAATSOPERETTE Schnell noch ein unbelasteter Gruss aus Dresden/Sachsen, bevor hier Rechte dreistellige Siege melden. Kann man ein Land (heute Bundesland, früher Königreich, Freistaat, Bezirk) ernst nehmen, das in der Alltagssprache ein Wort wie NU verwendet, wenn es JA meint? Oder das noch 1967 eine „Staatsoperette“ etabliert? Wie und wo diese allerdings seit neuestem residiert, dürfte Besucher in der Tradition der 67er-Helden Rudolf Schock und Annnelise Rothenberger ziemlich erschrecken. Und auch wir postsozialistischen Stadtbilderklärer staunen: Fledermaus und Weisses Rössl laufen jetzt, ein paar hundert Meter von der Semperoper entfernt, in einem hypermodern umgebauten Innenstadt-Gasheizwerk aus den 20er Jahren. In den Nachbarhallen ein Alternativ-Theater, ebenfalls im  coolen Ziegel-Stahl-Glas-Look; das ziemlich grosse Restareal soll Kreativen offenstehen. Lohnt es sich auch für nicht Operettenfreunde? Ich sag mal: Nu! Beeindruckte Grüsse sendet ROLF

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DDR-Style

von
GF_DDRStyle2

GREETINGS FROM DDR-DECO War da was? Was eigenes? Greetings From will nun nicht Wallpaper übertreffen, das sich bei neu entdeckten rumänisch-bulgarischen Plattenbauten jedesmal wegwirft vor architektonischer Begeisterung. Aber man stösst in den Ost-Bundesländern durchaus immer wieder auf Spuren eigener und eigenwilliger Gestaltungsideen –  und zwar meist im Kleinen. Der Westen hatte seine Kunst am Bau, der Osten Betonsteine im seriellen Raster, wenns ganz verwegen sein sollte, auch schon mal sehr volkseigenen asymmetrisch. Und wenn man ehrlich ist gegenber der sozialistischen Ästhetik: Es war nicht alles schlecht. Rastergrüsse sendet ROLF  

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