Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Belgien

Brüsseler Spitze

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GREETINGS FROM BRÜSSEL Dass die Belgier ein bisschen merkwürdig sind, wusste nicht nur schon der dicke Obelix („Die spinnen, die Belgier“), es gilt international wohl als einigermaßen gesichterte Erkenntnis. Ich meine jetzt nicht ihre Vorliebe für kulinarische Kuriositäten wie Bier mit Kirschgeschmack oder ihr Nationalgericht „Moules Frites“, Miesmuscheln mit Pommes; hinsichtlich Speis und Trank gehört das kleine Land zwischen Holland und Frankreich darüber hinaus ganz sicher zu den verlockendsten Zielen des Kontinents. Das Thema heute ist: Autofahren in Belgien. Belgien hat als letztes europäisches Land eine Fahrprüfung eingeführt. Manche sagen, so fahren sie auch. Aber das war 1956 und ich bezweifele, dass sich das noch auf ihre Fahrkünste auswirkt. Trotzdem scheinen ihnen die Verantwortlichen nicht ganz über den Weg zu trauen und deshalb hat die Regierung, als es mal ausnahmsweise eine gab, durchgehend beleuchtete Autobahnen beschlossen. Der Taxifahrer, der mich aus der Brüsseler City zum Flughafen bringen sollte, bestätigte jedenfalls im Wesentlichen das despektierliche Klischee. Er…

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greetings from Paris

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WIE GOTT IN FRANKREICH? Neulich war ich mal wieder in Paris. Bin ich selten genug. Schöne Stadt, ausser dass sie fast überall gleich schön aussieht. Vor allem gleich. Ich weiss nie, in welche Richtung ich gehen muss. Ganz und gar verloren bin ich aber, wenn ich auf der Suche nach 1. einem guten Kaffee bin und 2. gern zwanglos in einer Bar, also Kneipe/Pub sowas in diese Richtung, ein Bier trinken will. Gibts beides nicht bis höchstselten und wenn dann 1. nah an der Ungenießbarkeitsgrenze und 2. nicht zwanglos sondern zwanghaft überteuert. Aber für solche extravaganten Wünsche fährt man ja auch 1. nach Italien und 2. nach England oder Belgien. Bleibt immerhin noch das Essen und der Wein. Ganz angesagt ist seit einiger Zeit das 10. Arrondissement um den Gare du Nord herum. Ist auch wirklich ein nettes buntes Treiben dort, so ein bisschen Kreuzberg mit französischem Chic. Nette kleine…

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Gut nachgedacht

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Antwerpen

GREETINGS FROM ANTWERPEN Wenn ich Architekten-Lieblingsvokabeln höre wie „Stadtraum neu interpretiert“ „Massstabssprung“ oder „Überschreibung“ bin ich immer skeptisch, meist heisst das: wieder ein Ort, den man vergessen kann, versaut durch Egoismus und Größenwahn. Bei einem Zwischenstopp in Antwerpen stieß ich jetzt aber zufällig auf einen Marktplatz, wo ich dachte: Wow, hier stimmen die großen Worte mal, weil hier Gigantomie vermieden wurde. Anlass war, daß ein leider nicht allzu attraktives Theater zusätzliche Notausgänge bauen musste – und wie man das gelöst hat, das finde ich recht clever. Einerseits die Treppen theatralisch und kühn freitragend herausgeführt, darüber dann aber ein ganz leichtes Kunststoffdach auf schlanken Stelen, das zugleich dem Marktplatz ein Stück Hallenfeeling gibt: Öffentlicher Raum besser gemacht und nicht schlechter. Angefangen mit der Idee Wir-Überdachen-Plätze hat, glaube ich, Thomas Herzog zur Expo2000 in Hannover gefolgt dann von Jürgen Maier H. in Sevilla. So was kann auch schiefgehen. Spektakulär beim Kasseler Wilhelmshöhe-Bahnhofsplatz, wo das…

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