Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Immobilien

Weg damit! Wie Biber Werte retten

von
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GREETINGS FROM SCHÖNE AUSSICHT Als Jahre nach seinem Tod versucht wurde, Axel Springers Villa  am Hamburger Elbhochufer zu verkaufen, gab es ein grosses Problem: Mittlerweile waren die Bäume im Wald davor so stark gewachsen, dass die Immobile keinen Elbblick mehr hatte. Für die Wiederfreikämpfung der schönen Fernsicht haben gewiefte Makler Tricks, die von vergifteten Nägeln bis zur vorbeugenden-Gefahrenabwendung-nach-beziehungsweise-vor-Sturmschäden reichen;  hier aber war es Pech, dass sich die privaten Baumfäller erwischen liessen. Ungebremst wachsende Bäume vernichten Werte, ein wunderbares FDP-Thema, nur hat die es noch nicht gemerkt, sie würde allein am Hamburger Alster-Ostufer 100-Prozent-Wahlerfolge einfahren. Wer dort entlangwandert, könnte fast Mitleid mit den Anliegern haben; die Strassennamen sind noch  die alten  – „Bellevue“ oder „Schöne Aussicht“ -, aber zumindest im Sommer sieht man an vielen Stellen aus teuersten Immobilien den See vor lauter Bäumen nicht mehr. Jetzt und hier aber kommt Hilfe aus der Hauptstadt, entdeckt auf langen Hundetouren entlang der Berliner und Potsdamer Seeufer: Einfach eine Biberfamilie aussetzen. Die niedlichen Nager dürfen nicht…

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Wasser in der Stadt

von
HamburgFleet

GREETINGS AUS DER HAMBURGER CITY  „Schläfst Du, meine Schöne?“ Das hat nicht Heinrich Heine, sondern Helmut Schmidt mal seine Heimatstadt Hamburg gefragt. Ziemlich poetisch für den Mann, der ja dadurch populär wurde, daß er eben nicht lange fragte, sondern einfach Nato-Hubschrauber anforderte, als eine Sturmflut Hamburg bedrohte.  Zum Dank hat Helmut Schmidt, wenn er nicht auch noch von Verlags-Optimierern entlassen wird, heute ein flutsicheres Innenstadtbüro bei der ZEIT. Woher aber nun der Satz „Hamburg ist die schönste Stadt der Welt“ stammt, lässt sich leider selbst mit einem Flatrate-Zugang zum „Zeit“-Archiv nicht mehr sicher feststellen; die schlüssigste These ist, dass dies der Projektname im Springer Verlag war, gleichzeitig sein provinzielles „Hamburger Abendblatt“ einem Essener Verleger und der Stadt Hamburg sein muffiges zentral gelegenes Verlagsstammhaus anzudrehen. Ein Doppel-Coup, für den ihn andere Hamburger Verlagsmanager heimlich bewundern. Aber unser Thema ist heute mal nicht die Medienkrise, sondern die Hamburger Innenstadt. Ja, es gibt eine Hamburger Innenstadt. Deren grösste Gefahr war bis vor einigen Jahren,…

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Letzte Nächte

von
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GREETINGS FROM BLANKENESE Für eine Nacht oder für immer? Das kostet 120 Euro oder 4 Mio. Nicht jedes Hotel bietet soviel Wahlmöglichkeiten wie gerade das wunderschöne kleine Strandhotel in Hamburg-Blankenese. 110 Jahre alt ist es, der prächtige Endpunkt des Strandweges, stolzes Zeugnis alten Glanzes und Schauplatz vieler Feste und Hochzeiten am Elbufer. Seit man billiger ans Mittelmeer kommt als manche City-Garage über Nacht kostet, ist das schmucke Haus vor allem ein Geheimtipp für geschäftliche Hamburg-Tripps mit abendlicher Chill-Garantie. Anscheinend aber doch zu geheim, denn seit einigen Monaten versuchen die Besitzer das bisher undenkbare: das Hotel zu verkaufen, diskret, wie sie glauben, aber das Internet und seine Immobilienportale kennen keine Diskretion. Und Sentimentalitäten schon gar nicht.  Übernachtungsbuchungen werden noch entgegengenommen, aber lieber sieht man Kaufinteressenten.  Abreißen darf es ein neuer Besitzer zwar nicht, aber so 6-9 Super-Eigentumswohnungen ließen sich schon in das heutige 22-Zimmer Haus reinquetschen. Adieu, schönes weisses Hotel. Enttäuschte Grüsse…

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Mehr Chipperfield, bitte!

von
ChipperfieldNeu

GREETINGS FROM BERLIN Wo bin ich? In Potsdam? In Mussolinis EUR-Viertel? Durch Zufall, nur weil der Hund nicht gleich wieder ins Hotel sollte, stehe ich plötzlich vor diesem fremden, neuen alten Haus am Spreeufer – ein Würfel aus dunkelgelbem Stein, durchlöchert von Rundbögen. Wollte ich mir sowieso anschauen, ihn aber unerwartet zu sehen, ist noch reizvoller – der neue Chipperfield. Steht da, als sei er schon immer dagewesen, hätte gar nicht anders oder woanders sein können – und ist doch neuestes, clever kalkuliertes Werbe-Signet, westlichster Eckpunkt eines kommerziellen Umbauprojektes („Forum Museumsinsel“). Gegenüber dem  Bodemuseum soll hier aus acht früher offiziösen Gebäuden – vom Telegrafenamt bis zum Frauenhospital – ein gigantischer Komplex mit vielen Shops und ganz wenigen Wohnungen werden, Triple-A Lage. Sowas sehen Immobilienentwickler – oder Masterplan-Architekten wie Chipperfield, der schon auf der anderen Seite seines Museumsinsel-Projekts ein sehr reizvolles privates Galerie-Eckhaus platziert hat. Nicht zum Schaden Berlins; wenn doch nur…

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