Inspektionsreisen durch die Stilwelt

img_1308

Weg damit! Wie Biber Werte retten

GF_Seeblick

GREETINGS FROM SCHÖNE AUSSICHT Als Jahre nach seinem Tod versucht wurde, Axel Springers Villa  am Hamburger Elbhochufer zu verkaufen, gab es ein grosses Problem: Mittlerweile waren die Bäume im Wald davor so stark gewachsen, dass die Immobile keinen Elbblick mehr hatte. Für die Wiederfreikämpfung der schönen Fernsicht haben gewiefte Makler Tricks, die von vergifteten Nägeln bis zur Gefahrenabwendung-nach-Sturmschäden reichen;  hier aber war es Pech, dass sich die privaten Baumfäller erwischen liessen. Ungebremst wachsende Bäume vernichten Werte, ein wunderbares FDP-Thema, nur hat die es noch nicht gemerkt, sie würde allein am Hamburger Alster-Ostufer 100-Prozent-Wahlerfolge einfahren. Wer dort entlangwandert, könnte fast Mitleid mit den Anliegern haben; die Strassennamen sind noch  die alten  – „Bellevue“ oder „Schöne Aussicht“ -, aber zumindest im Sommer sieht man an vielen Stellen aus teuersten Immobilien den See vor lauter Bäumen nicht mehr.

Jetzt und hier aber kommt Hilfe aus der Hauptstadt, entdeckt auf langen Hundetouren entlang der Berliner und Potsdamer Seeufer: Einfach eine Biberfamilie aussetzen. Die niedlichen Nager dürfen nicht gejagt werden und schaffen pro Nacht bis zu 50 gewachsene Baum-Zentimeter… Für zugewachsene Seeufer-Bewohner: perfekt.

Wandergrüsse von ROLF

Latest highlights

GF_Armatur2

Heisse Luft

GREETINGS VOM WASCHTISCH Zu den Skurrilitäten de Designbusiness zählt die Unlogik, daß jedes Jahr Neuheiten auf den Markt kommen, die niemand braucht. Weil es einfach keine neue Idee gibt, aber trotzdem neue Produkte. Den Nassbereich trifft es fast immer am schlimmsten, was man auf jedem Hotelbesuch zu spüren bekommt. Die Idee, wie …

Keep Reading

GF_ZOB9

Hamburg-Berlin Eins zu Null

GREETINGS NACH HAMBURG Lieber Stylefreund Jan, erinnerst Du Dich, wie wir bei unserer letzten Greetings-From-Autorenversammlung versucht haben, die Liste der neueren architektonischen Hamburger Highlights zu ordnen? Und wir sehr schnell in eine Art stotterndes Schweigen kamen,  aus dem uns selbst unser Helmut-Schmidt-ähnlich verehrter Lebenskunst- und Bausachverständige Heiner nicht mehr heraushelfen konnte? Oft sieht man ja aber …

Keep Reading

image

greetings von der Steckdose

HOTEL-RÄTSEL Liebe Reisenden, wahrscheinlich spreche Euch allen aus der Seele, also insofern für alle ein alter Hut, trotzdem jetzt wenigstens einmal amtlich verewigt in diesem Weltblog: Es geht im Wesentlichen um das erstaunliche Thema „Hotels und Steckdosen“, genauer um die Frage: Warum gibt es eigentlich in Hotels entweder keine Steckdosen oder …

Keep Reading

IMG_1274

Greetings from London Underground

GLÜCKSACHE Ich stehe in meiner Lieblingsstadt an der U-Bahn-Haltestelle, an der Edgeware Road, wo man immer stehen muss, wenn man in Paddington Station vom Flughafen Heathrow ankommt und mit der sogenannten Circle Line die Stadt erobern will, aber leider feststellen muss, dass es sich eine Station später schon wieder hat …

Keep Reading

Weg damit! Wie Biber Werte retten

von
img_1308

GREETINGS FROM SCHÖNE AUSSICHT Als Jahre nach seinem Tod versucht wurde, Axel Springers Villa  am Hamburger Elbhochufer zu verkaufen, gab es ein grosses Problem: Mittlerweile waren die Bäume im Wald davor so stark gewachsen, dass die Immobile keinen Elbblick mehr hatte. Für die Wiederfreikämpfung der schönen Fernsicht haben gewiefte Makler Tricks, die von vergifteten Nägeln bis zur Gefahrenabwendung-nach-Sturmschäden reichen;  hier aber war es Pech, dass sich die privaten Baumfäller erwischen liessen. Ungebremst wachsende Bäume vernichten Werte, ein wunderbares FDP-Thema, nur hat die es noch nicht gemerkt, sie würde allein am Hamburger Alster-Ostufer 100-Prozent-Wahlerfolge einfahren. Wer dort entlangwandert, könnte fast Mitleid mit den Anliegern haben; die Strassennamen sind noch  die alten  – „Bellevue“ oder „Schöne Aussicht“ -, aber zumindest im Sommer sieht man an vielen Stellen aus teuersten Immobilien den See vor lauter Bäumen nicht mehr. Jetzt und hier aber kommt Hilfe aus der Hauptstadt, entdeckt auf langen Hundetouren entlang der Berliner und Potsdamer Seeufer: Einfach eine Biberfamilie aussetzen. Die niedlichen Nager dürfen nicht…

Keep Reading

Immer ganz Ohr

von
img_0087

GREETINGS FROM SIRI Neulich war ich in Mailand. Beruflich. Ich musste, um eine Foto-Location zu organisieren, mehrmals mit einer Dame aus dem Vermietungsbüro telefonieren. Als ich am nachmittag noch ein weiteres Gespräch mit ihr tätigen wollte, suchte ich ihre Nummer in der Anrufliste meines iPhones (6S). Ich fand sie schnell (italienische Vorwahl), aber was darunter stand, haute mich doch fast aus den Latschen. Mein iPhone hatte hinzugefügt: „Vielleicht: Stefania“. Das stimmte, aber woher wusste es das? Gespeichert hatte ich die Nummer nicht, der Email-Verkehr mit ihr fand ausschließlich von meinem Büro-Rechner statt. Einzige Erklärung: Siri hört mit! Und denkt sich ihren Teil. In diesem Fall recht einfach, ich hatte die Dame ja immer mit ihrem Namen angesprochen. Aber was hört Siri sonst noch? Und speichert es ungefragt ab? Ein wenig mulmig grüßt Jan

Keep Reading

Pech gehabt

von
GF_KulturforumHdM

GREETINGS FROM KULTURSTADEL Zweimal schon schrieben wir hier über Berlins architektonisches Katastrophengebiet Kulturforum, das mit einem Museum der Moderne noch eine letzte Chance zur visuellen wie sozialen Reparatur bekommen hatte. Eine Aufgabe, die eigentlich unlösbar war und jetzt (um auch aber nicht nur uns selbst zitieren) kam auch noch Pech hinzu. Denn wenn einer in der über Jahrzehnte verbauten Platzcollage –  eine Kirche, zwei Konzertsäle, drei Museen aus gefühlt sechs Stilrichtungen – noch etwas hätte retten können, wäre es tatsächlich das Superduo HerzogdeMeuron gewesen. Die Schweizer aber, weltweit für frische Architektursichten vom Museum bis zum Fußballstadion geehrt, lieferten nun in dem eingeladenen Finalwettbewerb  ihre bisher schwächste Idee ab: ein optisch einstöckiger, langgezogener Satteldachziegelriegel. Auf irgendeiner Metaebene lässt sich der Landlook vielleicht als Ironie-Kontrast zum modernen Inhalt verkaufen, aber unser Greetings-From-Betriebspsychologe erklärt es viel einfacher: schuld sind die anderen, die Nachbarn namens Mies van der Rohe und Scharoun. Dazwischen konnten sich HerzogdeMeuron wohl nur noch mit einer Mischung aus Unterwerfung & Selbstüberschätzung befreien. Ein…

Keep Reading

Essen auf Rädern

von
img_0001

  GREETINGS FROM BRINGDIENST Es wird enger in den Bars und Restaurants. Nicht dass plötzlich wieder mehr Gäste kommen. Nein, die bleiben selbstverständlich zu Hause vor dem Fernseher. Wo sie wahrscheinlich Koch-Shows sehen, weshalb sie nicht dazu kommen, selbst Essen zu machen. Also bestellen sie was. Das haben sich findige Startups zunutze gemacht und liefern, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Sogar Speisen aus meiner Eckkneipe, die man schon sehr wohlwollend zu sich nehmen uns, um sie zu mögen, dafür sind sie aber auch alles andere als günstig.  Ich finde ohnehin geliefertes Essen, ausser für gebrechliche ältere Menschen überflüssig. Jetzt stehen seit neuestem in besagter Kneipe, deren Namen ich sicherheitshalber nicht nenne, um kein Lokalverbot zu riskieren, ständig ein bis drei in unpassendem Pink gekleideten (nur ein Beispiel) abholbereite Lieferanten mit überdimensionalen ebenfalls pinkfarbenen Thermo-Rucksäcken vor dem Tresen rum, dort wo man eigentlich trinkt, quatscht oder flirtet, und versperren Weg und…

Keep Reading

Der Zahn der Zeit

von
img_0295

GREETINGS FROM KALTEN KRIEG Es begab sich zu einer Zeit, da waren sich der Amerikaner und der Russe nicht so wohlgesonnen. Jetzt auch nicht so sehr, aber damals noch weniger. Ihre prinzipielle Abneigung drohten sie auf deutschem Boden austragen zu wollen, schließlich gehörte ja seit dem gemeinsam gewonnen Krieg in gewissem Sinne jedem ein Teil davon. Der Russe lauerte im Osten. Der Ami lauschte im Westen. Für seinen diabolischen Plan, die Gespräche der Ostfeinde bis hin nach Moskau abzuhören, hatte sich der amerikanische Geheimdienst passenderweise den Berliner Teufelsberg ausgesucht, eine gut hundert Meter hohe Erhebung im Grunewald, entstanden kurz nach dem Krieg aus Schuttresten. Zwischenzeitlich hätte es dieser Hügel sogar fast zu alpinen Skisportehren gebracht. Man glaubt es kaum. Die Abhörstory des umtriebigen CIA auch eigentlich nicht. Bis zu 2000 Agenten haben unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen seit 1957 von diesem Berg aus den Osten belauscht, bis sie in den späten 80ern…

Keep Reading

1 2 3 54
Go to Top