Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Architektur - page 2

Architekturspiele

von
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  GREETINGS VOM DACH Spät, aber Weltklasse – ich beneide alle, die noch in 2o17 das Glück haben, die neue Hamburger Elbphilharmonie auch von innen zu erleben. Also von ganz innen und nicht nur von der Aussichtsplattform – die aber auch schon atemberaubend ist. Dass Herzog/deMeurons Entwurf innen wie aussen von Scharouns Berliner Philharmonie inspiriert ist, wusste jeder. Ich muss aber gestehen: ich wusste nicht wie sehr. Bis ich jetzt zufällig an deren Westseite vorbei ging und sah, daß die Schweizer auch ziemlich eindeutig die markant-scharfkantige Dachwelle aus Berlin mitgenommen haben – den Hamburgern haben sie dann etwas a la Synthese aus Notenschwüngen & Meereswellen erzählt… Das macht ja Berlin nicht ärmer – anders als die Aldi-Scheune, die die gleichen Herzog/deMeuron den Berlinern als neues Museum andrehen wollen. Architektur-Gruesse von ROLF

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Pech gehabt

von
GF_KulturforumHdM

GREETINGS FROM KULTURSTADEL Zweimal schon schrieben wir hier über Berlins architektonisches Katastrophengebiet Kulturforum, das mit einem Museum der Moderne noch eine letzte Chance zur visuellen wie sozialen Reparatur bekommen hatte. Eine Aufgabe, die eigentlich unlösbar war und jetzt (um auch, aber nicht nur uns selbst zitieren) kam auch noch Pech hinzu. Denn wenn einer in der über Jahrzehnte verbauten Platzcollage –  eine Kirche, zwei Konzertsäle, drei Museen aus gefühlt sechs Stilrichtungen – noch etwas hätte retten können, wäre es tatsächlich das Superduo HerzogdeMeuron gewesen. Die Schweizer aber, weltweit für frische Architektursichten vom Museum bis zum Fußballstadion geehrt, lieferten nun in dem eingeladenen Finalwettbewerb  ihre bisher schwächste Idee ab: ein optisch einstöckiger, langgezogener Satteldachziegelriegel. Auf irgendeiner Metaebene lässt sich der Landlook vielleicht als Ironie-Kontrast zum modernen Inhalt verkaufen, aber unser Greetings-From-Betriebspsychologe erklärt es viel einfacher: schuld sind die anderen, die Nachbarn namens Mies van der Rohe und Scharoun. Dazwischen konnten sich HerzogdeMeuron wohl nur noch mit einer Mischung aus Unterwerfung & Selbstüberschätzung befreien. Ein…

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Völlig Fertig

von
GF_FertighausViebrock

GREETINGS FROM BAUSTELLE VIER NULL Bis eben dachte ich noch, ein Haus kann man nicht lässiger bauen als es die Firma Viebrockhaus anpreist: mit tanzenden  Handwerkern, für die Dachbalken oder Dämmmaterialein nur Accessoires einer swingenden Choreographie darstellen. Was ja auch endlich der perfekte Beruf für Waldorfschüler ist: erst tanzen wir unseren Namen, dann Ihr Haus. Gehts besser? Es geht immer besser, erst recht in Zeiten der augmented und virtuellen Realitäten – und hier hat ab sofort die Fertighausfirma Bien Zenker die Nase vorn: es bietet seinen Kunden  auch gleich die schönen Fensteraussichten auf die Nachbarschaftshäuser. Sieht vielleicht noch ein bisschen nach Betatest aus, aber das wird schon noch (hoffentlich ist sonst alles richtig montiert) hofft ROLF  

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Pack die Badehose aus

von
GF_Wannsee6

GREETINGS FROM WANNSEE  Zu heiss, zu voll, zu laut – perfekt!  Wo sollte man an einem Augusttag lieber sein als hier im Strandbad? Von Berlin liest und schreibt man ja gerne, was alles nicht klappt. Geht auch. Wer zum Beispiel als Neuberliner oder Tourist voller Badevorfreude zur Bahnstation Wannsee fährt, hat schonmal den ersten Fehler gemacht: Laufzeit von hier noch 30 Minuten, also länger als die Zugfahrt aus der City, und bepackt mit leichtem Strandgepäck gefühlt anderthalb Stunden (Berliner Logik: Die richtige Station fürs Strandbad Wannsee heisst Nikolassee). Und wer mit dem Auto kommen will, kann gleich umkehren, Parkplätze gibts nur im Winter. Wer es aber irgendwie hier raus an den Südwestzipfel des Grunewalds geschafft und den neuen eher symbolischen Taschensecuritycheck überstanden hat, wird sofort belohnt. Lange Steintreppen führen aus dem Wald hinab in eine Bucht, die wie ein Amphitheater vor einem liegt, spektakulär öffnet sich von Promenaden und Laubengängen der Blick  über Wasser und Himmel. Zeigte man das Ensemble (Baujahr 1928) außer-europäischen Architekturanalytikern, würden viele…

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Das vergessene Olympia-Dorf

von
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GREETINGS FROM BERLIN ’36 Hitlers Sommermärchen nennen jetzt Feuilletonisten ziemlich präzise die 1936er Olympiade in Berlin, die vor 80 Jahren als grosse Propagandaschau Nazideutschlands begann. Selbst in Berlin wissen die wenigsten, dass am Stadtrand das „Olympische Dorf“, in dem die Athleten schliefen, immer noch existiert. Die Schwimmhalle steht noch, die Turnhalle, vor allem aber der grosse Speisesaal, der mit seiner Rundarchitektur an das Olympiastadion erinnert – vom gleichen Architekten Werner March geplant. Über der weitläufigen Anlage mit den Schlafpavillons im Heimatstil liegt heute aber eher eine militärische denn eine sportliche Stimmung. Zwar bedienten damals Hapag-Stewards die Olympiagäste, Max Schmeling kam zu Besuch und die Berliner Philharmoniker spielten Konzerte, doch die 4000 Sportler waren hier, ohne dass sie es wussten, Gäste des Reichsswehrministeriums, das das Areal nach der Olympiade als Kaserne weiternutzte. Und die Russen taten nach 1945 dasselbe. Über den grossen Flügeltüren des Speisesaals sind noch heute Runen mit martialischen NS-Parolen zu lesen, die mit den so oft beschworenen heiteren Spielen nicht recht…

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