Inspektionsreisen durch die Stilwelt

TempelhofAnflug

Wohnen am Flughafen?

von

TempelhofAnflug

GREETINGS AUS TEMPELHOF Ganz Europa wählt am Sonntag das Europaparlament. Nur die Berliner wählen noch etwas anderes: In einer von aussen etwas schwer zu verstehenden Volksabstimmung sollen sie sagen, wie sie in Zukunft ihren Ex-Cityflughafen Tempelhof sehen. Ganz leer oder fast leer und am Rand mit Wohnungen und einer Bibliothek bebaut? Das ist vor Ort ziemlich umstritten, weil die einen sagen: ein paar Bauplätze für mehr Wohnungen wären gar nicht schlecht, die anderen fürchten um „100 Prozent Tempelhof“ und die unangetastete Freifläche zum Radeln und Spazierengehen. Von Hamburg aus könnte man sagen: Solche Probleme möchte man haben – und wär’s nicht besser, Berlin baut, ganz ohne Volksabstimmung, erstmal seinen neuen Flughafen BER irgendwie fertig? All das zur Einführung einen kleinen Clips, ein Ausschnitt aus einem TV-Serienkrimi der 70er Jahre. Der hiess „Alexander Zwo“, war etwas langatmig und zeittypisch in den Farben trüb-schmutzig, aber er zeigt plötzlich eine interessante Szene, die für mich spannender war als der Spionage-Plot: den ganz normalen Tempelhof-Anflug eines Linienflugzeuges, zwischen Häusern hindurch und über Signalmasten, die ziemlich unsentimental auf einem Friedhof stehen. Ganz schön heavy. Und all das nicht in archaischen Luftbrücken-Kalten-Kriegs-Jahren Anfang der 50er, sondern in den boomenden libertären 70ern:

Ein Blick in Google Maps zeigt, daß dies ein Ost-West-Anflug gewesen sein muss, über Treptow (also damaliges Ost-Berlin) kommend, dann in eine Westberliner grüne (Friedhofs-)Schneise zwischen den Neuköllner Häusern an Leine- und Oderstrasse hindurch. Da wollte damals, verständlicherweise, kaum einer mehr wohnen, vor allem als ab den 50ern das Düsenzeitalter begann. Harte und laute Zeiten –  und im Vergleich dazu ist eine Abstimmung über Wie-gross-soll-die-Freifläche-sein heute doch ein ziemliches Luxus-Problem…

AnflugschneiseTempelhof

Freizeitgrüsse sendet ROLF

 

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