Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Rolf - page 29

Rolf has 147 articles published.

Lost in dimension

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GREETINGS FOM IMM KÖLN Meine bisher schwersten „greetings from“. Lange zögere ich, sie abzuschicken. Sitze auf der Kölner Möbelmesse/imm im grossen Konzepthaus von Louise Campbell, diesjähriger Designer-„Guest of Honour“, versinke fast in einer endlos langen Matratzenreihe und weiss nicht, was ich von allem rund um mich halten soll. Der britisch-dänischen Designerin zuzuhören, wie sie über Konzepte spricht, ist ein intellektuelles Vergnügen: offen und flexibel müsse das Wohnen der Zukunft sein, Widerspruche versöhnen, Platz lassen für Emotionalität und Rationalität, für Männliches und Weibliches, für Kleines und Grosses und alles dazwischen, ein Ort der Langsamkeit und Ruhe, eine Werkstatt für Handarbeit und Gastlichkeit. Engagierte Gedanken, wunderschöne Worte. Jetzt sitze ich hier in ihrer Haus-Skulptur und sehe von all dem: nichts. Details wie zarte Mobiles, Pflanzen-Collagen, Papierleuchten und Stoff-Jalousien sind liebevoll, aber sie schaffen keine Intimität; die scheunenartige Haus-Hülle ist übergross, aber ich fühle mich in ihr nicht frei, sondern klein und verloren; das bauliche Konzept…

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Ausgezeichnet!

von
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GREETINGS AN EINEN KOLLEGEN Lieber Bloggerfreund Jan, sei mal nicht so bescheiden und lass Deine gefühlten 1,2 Tsd. Follower, Liker und Fans ruhig teilhaben an deinem jüngsten Coup: Schon wieder den COR-Journalistenpreis gekriegt, dazu warmherzige Worte und respektable Kollegenanerkennung. „Feinsinnige Nahaufnahme“ oder „geht unter die Haut“  – solche Text-Kommentare wie hier von der Jury kriegt ein Autor ja nicht mal von seinem Chefredakteur zu hören. Da hast Du für Dich und gleichzeitig für Dein „A&W Architektur & Wohnen“-Magazin eine schöne Anerkennung eingefahren (Ich hab‘ jahrelang kiloweise „Schöner Wohnen“-Reportagen eingeschickt und bin nicht mal in die Vorrunde gekommen). Wie sagt man so schön: Neid muss man sich verdienen; insofern: von Herzen ehrlicher Glückwunsch! Und dazu noch ein  Kompliment für das clevere Modell: Erst einen „Designer des Jahres“ wählen, dann drüber schreiben und sich zum Schluss dafür ehren lassen. Perfekt! Aber besser nicht dran gewöhnen, oder? Sowas gibts höchstens zweimal…. Ehrlich-neidische Grüsse sendet…

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Brauchen Sie Hilfe?

von

GREETINGS AN DEN STRASSENRAND Sehr geehrter Herr Martenstein, brauchen Sie Hilfe, sind Sie in Schwierigkeiten, werden Sie erpresst? Ich bin ein so grosser Anhänger von Ihnen und Ihren Texten, daß ich allein deshalb den „Tagesspiegel“ kaufe, die „Zeit“ ist sowieso abonniert und bei Google läuft ein Alert auf Ihren Namen. Man will ja nichts versäumen. Dies aber hätte ich liebend gerne nie gesehen: Sie sitzen für einen PR-Film in einem für Sie viel zu kleinen Auto, sind nervös und bekommen von einem adretten Anzugträger provozierende Fragen gestellt, zu denen Ihre offensichtlich gescripteten Antworten einfach nicht passen wollen. Sind da irgendwelche Codeworte für Lösegeldübergaben versteckt, ist das für die „Heute Show“ oder was soll das sein? Bitte bitte sofort aussteigen. Es schaudert mich, meinen Lieblingskolumnisten so zu sehen. Ich hoffe, Ihr Gegenüber war nur der Neffe vom Verleger und man hat Sie mal um einen Gefallen gebeten? In Sorge um Sie Ihr treuer Leser ROLF

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Letzte Nächte

von
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GREETINGS FROM BLANKENESE Für eine Nacht oder für immer? Das kostet 120 Euro oder 4 Mio. Nicht jedes Hotel bietet soviel Wahlmöglichkeiten wie gerade das wunderschöne kleine Strandhotel in Hamburg-Blankenese. 110 Jahre alt ist es, der prächtige Endpunkt des Strandweges, stolzes Zeugnis alten Glanzes und Schauplatz vieler Feste und Hochzeiten am Elbufer. Seit man billiger ans Mittelmeer kommt als manche City-Garage über Nacht kostet, ist das schmucke Haus vor allem ein Geheimtipp für geschäftliche Hamburg-Tripps mit abendlicher Chill-Garantie. Anscheinend aber doch zu geheim, denn seit einigen Monaten versuchen die Besitzer das bisher undenkbare: das Hotel zu verkaufen, diskret, wie sie glauben, aber das Internet und seine Immobilienportale kennen keine Diskretion. Und Sentimentalitäten schon gar nicht.  Übernachtungsbuchungen werden noch entgegengenommen, aber lieber sieht man Kaufinteressenten.  Abreißen darf es ein neuer Besitzer zwar nicht, aber so 6-9 Super-Eigentumswohnungen ließen sich schon in das heutige 22-Zimmer Haus reinquetschen. Adieu, schönes weisses Hotel. Enttäuschte Grüsse…

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Mehr Chipperfield, bitte!

von
ChipperfieldNeu

GREETINGS FROM BERLIN Wo bin ich? In Potsdam? In Mussolinis EUR-Viertel? Durch Zufall, nur weil der Hund nicht gleich wieder ins Hotel sollte, stehe ich plötzlich vor diesem fremden, neuen alten Haus am Spreeufer – ein Würfel aus dunkelgelbem Stein, durchlöchert von Rundbögen. Wollte ich mir sowieso anschauen, ihn aber unerwartet zu sehen, ist noch reizvoller – der neue Chipperfield. Steht da, als sei er schon immer dagewesen, hätte gar nicht anders oder woanders sein können – und ist doch neuestes, clever kalkuliertes Werbe-Signet, westlichster Eckpunkt eines kommerziellen Umbauprojektes („Forum Museumsinsel“). Gegenüber dem  Bodemuseum soll hier aus acht früher offiziösen Gebäuden – vom Telegrafenamt bis zum Frauenhospital – ein gigantischer Komplex mit vielen Shops und ganz wenigen Wohnungen werden, Triple-A Lage. Sowas sehen Immobilienentwickler – oder Masterplan-Architekten wie Chipperfield, der schon auf der anderen Seite seines Museumsinsel-Projekts ein sehr reizvolles privates Galerie-Eckhaus platziert hat. Nicht zum Schaden Berlins; wenn doch nur…

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