Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Designer: Stärker als der Tod

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GREETINGS FROM DENKMALPFLEGE Interviews mit Designern sind tricky. Entweder erzählen sie zu viel oder zu wenig; die einen schweigen, um sich interessanter zu machen, die anderen reden unstopable über alles mögliche, und das um so lieber, je weiter es von ihrer Alltagsarbeit wegführt. Philippe Starck etwa hat die gesamten 90er und auch noch die Nullerjahre damit verbracht, seine Design-Neuversionen des Immergleichen mit einem einzigen Gedanken zu begleiten: Er sei dafür, dass nicht mehr soviel konsumiert wird. Weil davon inzwischen die Archive überquellen, musste er jetzt für das SZ-Magazin nochmal etwas Koketterie und Exhibitionismus nachlegen: Ich bin autistisch veranlagt. Ich empfinde meine Kreativität als eine Art Krankheit.Ich weiss nicht wohin ich gehöre. Mein Gehirn macht die ganze Zeit Schroonk, Schroonk

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Sowas versaut die Maßstäbe. Piero Lissoni etwa, bisher in Interviews eher charmant-cool, versucht im österreichischen Standard rhetorisch aufzuholen: Ich bin ein fauler Mensch. Ich habe beschlossen, den Komfort hintanzustellen und nur noch unbequeme Möbel zu entwerfen. Sobald ein Möbel auf den Markt gebracht wurde, versuche ich nicht so blöd zu sein, mich noch einmal draufzusetzen.Die Königsklasse der Künstlerstilisierung aber ist die Truth-follows-death-Methode: Je töter der andere, desto wichtiger ich. Erfunden hat diesen Trick Matteo Thun, in dessen Interviewerinnerungen seine Rolle in der Memphisbewegung mit dem Abstand zum Tod Ettore Sottsass‘ immer wichtiger wird. Bald hat Thun Sottsass auf die Idee gebracht.  Ähnlich Hartmut Esslinger, der nach dem Tod von Steve Jobs kurz davor steht, auch noch Vater des iPhones zu sein. Ich prophezeie für den Herbst: Ross Lovegrove erzählt, wie Charles Eames ihn immer um Hilfe bat, weil er mit diesen Kunstoffschalen nicht zurecht kam…

Erwartungsvolle Grüsse sendet ROLF

 

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