Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Willkommen im Freistaat

von

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GREETINGS FROM BIERGARTEN

Mal wieder in München. Ein schöner warmer Tag – Biergartenwetter. Biergärten sind das beste an München, ganz ohne Zweifel. Trotz granteliger Bedienungen und zweidrittelvoll gezapfter Masskrüge wie im idyllischen Augustiner Biergarten (oben links; oben rechts: vorfreudiger Blogger). Ein Biergarten ist pure Lebenslust. Besser geht Bayern nicht. Schlechter schon. Man muss nämlich erstmal ankommen. Der Flug nach München endet, wie man weiß weit nördlich der Hauptstadt im Erdiger Moos. So soll es sein. Dann der Kampf mit dem Fahrkartenautomaten an der S-Bahn, in der Bahn selbst gibt es nahezu keinen Platz für Koffer. Es ist auch quasi unvorhersehbar, dass am Flughafen Menschen mit Gepäck ankommen. Egal, irgendwie schafft man die Dreiviertelstunde bis zum Hauptbahnhof. Dort gibt es noch einen speziellen Willkommensgruß. Genau an dem Bahnsteig, an dem beide S-Bahn-Linien vom Flughafen ankommen, und nur an dem, gibt keine Rolltreppe, die vom Bahnsteig nach oben zum Ausgang fährt. Nur runter. Das ist irgendwie logisch, denn wie sollen die Planer ahnen, dass aus S-Bahnen, die keinen Stauraum für Gepäck haben, Menschen mit Koffern entsteigen. Mit Glück findet man am Ende des Bahnsteigs einen Lift – oder man schleppt (sich) die Treppen hinauf.

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Aber das ist noch gar nichts gegen die reizvolle Idee, die sich die Stadt für ihre Gäste zum Ende des Aufenthalts hat einfallen lassen. Jedenfalls für jene, die das Pech haben, mit Air Berlin fliegen zu müssen. (Das ist die Fluglinie, die Sitzreihenabstände höchstens für besonders kleinwüchsige Asiaten erdacht hat. Tatsächlich gibt es einige Fluggäste dieser Linie, die es vorziehen, während des Fluges so lange wie möglich im Gang stehend und lesend zu verbringen.) Also am Münchner Flughafen gibt es eine Wartezone „exklusiv für Air Berlin“. Mehrfach ausgeschildert. Das klingt verheißungsvoll.

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Ist aber eine Falle! Dort gibt es zwar einen Kiosk/Bar/Bistro mit vielen italienisch klingenden Köstlichkeiten und sogar einem italienischen „Cheffe“. Aber genau der ist das Problem. Nicht nur dass er zwei weitgehend hilf- und ahnungslose Kräfte eingestellt hat, die ab einer Bestellung von, sagen wir mal „Cappuccino und Orangensaft“ nachhaltig überfordert sind. Er ist auch, das lässt sich mit aller gebotenen Zurückhaltung feststellen, der unfreundlichste und unverschämteste Gastronom, den man sich am Flughafen vorstellen kann (im Bild oben rechts hinter dem Tresen). Eine Dame in den reifen Siebzigern, die die Schlangesteh-Prozedur nach geraumer Zeit bewältigt hatte, dann aber feststellte, dass sie nicht das gewünschte Panino hatte und es an der Schlange vorbei umtauschen wollte, demütigte er mit harschen Aufforderungen, sich gefälligst wieder hinten anzustellen oder jeden einzelnen der sich ebenfalls die Beine in den Bauch stehenden Wartenden zu bitten, sie freundlicherweise vorzulassen. Unverständlich, dass nicht alle Durstigen und Hungrigen sofort diesen „exklusiven Wartebereich“ verlassen haben. Ein paar Schritte zurück, wo der Wartebereich nicht mehr exklusiv ist, gibt es übrigens eine Bar mit zwei flinken, freundlichen und gut gelaunten Servicekräften. So behält man die Stadt doch noch in guter Erinnerung.

Pfiat di!

Jan

 

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