Inspektionsreisen durch die Stilwelt

IOS

Goodbye Jony

von

GREETINGS TO CUPERTINO Lieber Apple-Freund mit den guten Augen, den minikleinen Fingerspitzen, dem schlechten Geschmackdächtnis und Deiner Begeisterung für die neue IOS-Optik: Nein, nein, nein! Enttäusche Liebe ist ja immer besonders intensiv. Ich halte Jonathan Ive für den bisher wichtigsten Designer des 21. Jahrhunderts. Aber was er hier abgeliefert hat, ist tragisch. Welch’ eine Carte Blanche, Hard- und Software aus einer Hand gestalten zu dürfen – und welch’ eine versemmelte Chance. IOS 7 sieht aus, als sei Sir Ive nicht fertig geworden oder als kämpften immer noch zwei verfeindete Lager (um ihn herum oder in ihm drin) um die Führung: die elegant-feine und die Teletubbies-Manga-Fraktion. Dazu noch die Anmaßung, optische Bezüge aus dem echten Leben (Notizblock, Kalender) zu verbannen und dafür sinnlose, rätselhafte neue Symbole einzuführen. Übrigens hat Otl Aicher 1972 bei den Münchner Olympia-Piktogrammen vorgemacht, daß Bilderbuch-bunt und elegant & klar sogar zusammengehen können. Da ist Ive in der Designbibliothek nach der Rams-Abteilung wohl zu früh aus dem deutschen Zimmer abgebogen.

IOS

PS.: Fosters neue Apple-Zentrale sieht doch auch aus wie ein rundgebogenes, sonnengebleichtes Rügen-Prora. Ich will’s nicht wahrhaben, aber ich fürchte: was die gestalterische Weltklasse angeht, wars das mit Apple. Ein Samsung möchte ich aber trotzdem nicht geschenkt haben.

Enttäuschte Grüsse! ROLF

 

 

 

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