Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Luxusherberge

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GREETINGS FROM DANIELI Ich frühstücke auf der Dachterreasse des Luxushotels Danieli in Venedig. Atemberaubender Blick auf die Palladio-Kirche, deren Namen nachzuschlagen ich gerade zu faul bin, auf  die Punta della Dogana, ehemalige Zollstation und heute Museum für zeitgenössische Kunst, auf den Canal Grande, Giudecca, kurz auf nahezu alles, was die Lagune zu bieten hat. Im Danieli sitze ich natürlich nur im Rahmen einer Pressereise. Also Einladung. Normalerweise nicht meine Liga. Zimmerpreise bis 1300 Euro – ohne Frühstück. Das kostet nochmal, je nach Appetit 50 bis 100 Euro extra. Mein Blick schweift aber nicht nur über die Sehenswürdigkeiten sondern bleibt an den anderen Gästen hängen. Die meisten mutmasslich nicht eingeladen. Auch nicht auf Geschäftsreise (wer macht schon eine Geschäftsreise nach Venedig, ausser Mitglieder des in dieser Hinsicht immer noch manchmal seeligen Berufsstand des Journalisten?).  Also was sind das für welche? Wer kann (und will) sich das leisten? Coole Erfolgsmenschen? Die Reichen und die Schönen? Weit gefehlt. Was ich sehe sind meist sehr übergewichte, sehr hässliche Menschen mit grobschlächtigem Gesicht, relativ leerem Blick, wenig Manieren, tätowiert, laut, prollig. Also solche, die ich spontan eher in einer 2-Sterne-Herberge eingeordnet hätte. Ich finde, für die Zimmerpreise könnte man deutlich mehr Ästhetik erwarten. Auch wenn man nicht selbst zahlt. Aber offensichtlich hat reich oder wohlhabend nichts, aber auch gar nichts mit ästhetischer oder ethischer Klasse zu tun. Bekommt man ja fast täglich im amerikanischen Vorwahlkampf von dem hässlichen Toupet aus New York windrucksvoll bewiesen. Das ehrwürdige Danieli sollte jedenfalls mal genauer gucken, wem sie die Zimmer vermietet (um die ästhetischen Mindestanforderungen dieser Plattform nicht zu strapazieren, kein Bild vom Beschriebenen, sondern ein Ankunftsfoto von aussen).

Mindestens einen Stern Abzug wegen der Gäste fordert JAN

 

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