Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Von der Stadt zum Löffel

von

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GREETINGS INTERN. So, mein lieber Mitblogger Jan, vor unserer greetings-from-Betriebsfeier noch mal kurz konzentrieren zur Zwischenbilanz; ein Jahr sind wir jetzt on air, ein ganz guter Zeitpunkt also für die kritische Durchsicht unseres Grussverkehrs.

Ich fang‘ mal mit der offensichtlichen Schwachstelle an: nach unserem euphorischen Start haben wir das mit den geplanten zwei Grüßen pro Woche ja nicht immer durchgehalten. Sind wir zuviel unterwegs – oder zuwenig? Zumindest Du hast es wenigstens immer wieder versucht und liegst so im Ranking, inzwischen uneinholbar, verdient vorne. Eindeutig kommt hier der pflichtorientierte Verantwortungsethiker bei Dir durch (den ich vorher gar nicht so kannte). Von Deinen mühsam eingeworbenen Likes mal ganz zu schweigen.

Was mich schnell zur eher heiteren Sicht auf das erste greetings-from-Jahr bringt: Zwischen dem, was einem beim Schreiben wichtig ist  und dem, was gelesen, geliked, geteilt oder sonstwie gemocht wird, scheint es null Zusammenhang zu geben. Immer dann, wenn zumindest mir etwas wichtig war oder es mir als gelungen erschien, kann ich mich darauf verlassen, bei  0 („null“) Likes stehenzubleiben – und wenn ich es richtig verstanden habe, ist dies die hier eigentlich zählende Währung. Zweimal habe ich ja sogar ein dickes „not amused“-bekommen (was Du mir ja noch tröstend als Relevanz-Rakete verkaufen wolltest…). Interessanterweise kommen Zuspruch wie Kritik am liebsten persönlich – und am wenigsten da, wo wir es dachten: unsere Leser kommentieren nicht gerne.

Meine wichtigste Erfahrung ist die, wie sich hier in diesem Format – ohne Textchef, ohne Chefredakteur, ohne dickes Magazinlabel drumherum – das Schreiben verändert. Man schreibt nur im eigenen Namen. Was heisst „nur“? (bei Jacques Brel: Mehr gibt es nicht). Diese Freiheit hat mich eher ernster werden lassen, Dich leichter – und Im Zweifel schreibe ich lieber nicht. Was für ein Onlineprojekt nicht nur ein Vorteil sein muss. Im Zeugnis meines ersten Blog-Jahres stünde wohl: „Wenn Rolf sich Mühe gibt, zeigt er durchaus Ansätze. Er könnte aber noch lernen, auch das Ernste leichter zu nehmen, ohne an Substanz zu verlieren.“

Wo bleibt das Positive? Hier: Unser Grußspiel hat grossen Spaß gemacht – vor allem auszuprobieren, was nicht noch alles unter Deine geniale Unterzeile „Inspektionsreisen durch die Stilwelt“ passt. Sogar Promi-Events- und Weinproben. Das macht doch Mut zu neuen Entdeckungen – und andere müssen uns beneiden! Schreibt man nicht genau deswegen Ansichtskarten?

Optimistische Jahresendgrüsse sendet

ROLF

2 Comments

  1. Hi Ihr Beiden!
    Hier erstmalsauf diesem Wege: Meinen Glückwunsch für (über?) ein Jahr „Greetings from…“!
    Rolfs liebevolles Fazit hat mich richtig gerührt! Und ich applaudiere gern dem, was Ihr natürlich
    sowieso wisst: Ihr habt da eine tolle Bilanz aufzuweisen! Es war immer vergnüglich, Eure takes
    zu lesen und Ihr habt auch wirklich nix ausgelassen. Das „im Blog Denken“ ist Euch Beiden
    wirklich stetiger Alltags-Begleiter geworden. Weiter so! Jede gute Droge wird einem erst richtig
    lieb durch Gewohntheit – Euch den Schaffenden wie den Euch Lesenden.
    Mit gezogenem Hut, schlecht zu versteckendem schlechtem Gewissen und grabenden Grübeln
    über die eigene Unfähigkeit
    Heiner
    Bleibt mir trotzdem gewogen!

  2. Ich lese Euch nicht immer und auch nicht immer alles – aber wenn, dann immer sehr gerne, und dann sehe ich euch bildhaft vor mir. Ganz viele neue Ideen für ein neues Jahr! Lieben Gruß von Jeanette

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