Inspektionsreisen durch die Stilwelt

MilanoExpo2015

Berlusconi, forever

von

 

MilanoExpo2015

GREETINGS FROM MILANO Nach Mailand fährt man wegen der Oper, der Mode- oder der Möbelmesse. Und zum Shopping natürlich. Aber für moderne Architektur? Da darf man, je nach Optimismusdosis überrascht sein oder skeptisch, jedenfalls: neugierig. Ein Jahr hat die Stadt noch Zeit, dann will sie mit einer „EXPO 2015“ spektakulär zeigen, wie Nachhaltigkeit und Zukunft zusammengehen. Zwar sieht man heute schon einiges durchaus Attraktives (etwa Stefano Boeris  „Senkrechte Wälder“ genannte Terrassen-gespickte Wohntürme). Aber ein Weltausstellungs-reifes Gesamtkonzept will sich noch nicht so recht zeigen und der Besucher darf raten: weil noch nicht fertig – oder weil schon längst überholt, sprich: überbaut? Hatte man nicht das historische Messegelände aufgegeben, um dort eine weltweit ausstrahlende, modellhaft neue Stadt in der Stadt zu bauen? Warum stehen dann aber jetzt plötzlich die höchsten Häuser ganz woanders, neben dem Hauptbahnhof?  Wer heute vom skulpturengesäumten Dach des Doms den Horizont absucht, muß schon sehr sehr genau schauen nach den lange Zeit einzigen beiden erlaubten Mailänder Hochhäusern, Torre Velasca und Pontis Pirelli-Turm, so winzig sind sie, verglichen mit ihren Nachfolgern aus den letzten zehn Jahren. Und selbst die Stars der „City Life“-Messeüberbauung (von Libeskind bis Hadid)  wirken schon wieder bescheiden gegen die masslos wuchernde nordwestliche Stadtkrone, die Mailand in den letzten Jahren ein ewiges Andenken an die Berlusiconi-Zeit beschert hat. Da müssen sich jetzt die Expo-Macher noch ganz schön ‚was einfallen lassen, um mit ihrem ehrgeizigen Thema „Nachhaltige Entwicklung überhaupt wahrgenommen zu werden. Zumindest eines funktioniert herrlich verlässlich in der immer noch schönen Altstadt – und es hat gerade bei mir zu einem persönlichen Weltrekord geführt. Dienstagabend, am quirligen Eröffnungtag der Möbelmesse, war ich zu Fuß vom der Via Durini zur Brera viermal schneller als die Kollegen im Taxi. Wenn das kein nachhaltiges Zukunftszeichen ist!

Sportlich-eiskalte Grüsse: Rolfo (aus Puccinis „Irgendwas mit Medien“-Boheme: Che cosa faccio? Scrivo!)

 

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