Inspektionsreisen durch die Stilwelt

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Hands Up!

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GREETINGS VOM HORIZONTALEN GUCKEN  Die Frage ist älter als das feuilletonistische Schreiben: Wo bleibt das Positive? Gibt es neben der berufsbedingten kritisch- ironisch-besserwisserischen Chronologie der Dinge nicht auch mal etwas Lobenswertes? Hurra, hier schreibt ein Talent. Oh, sorry, das war Tucholsky, ich meinte: Hurra, ich habe etwas gefunden, das gar nicht genug Lob verdient. Und wie so oft, ist es eher etwas Kleines, das aber ein grosses Problem löst. Wann immer nämlich Kolleg*en oder Freund*e vom endlosen Netflix/Prime/Sky-Gucken auf dem Sofa schwärmten, kamen mir bisher immer nur Nacken- oder Handgelenkschmerzen in den Sinn. Und die Frage:  wer hält sich, und sei die horizontale Serie noch so spannend, feiwillig stundenlang ein i-Pad  in halber Höhe vor die Nase und hat auch noch Spaß dabei?

So war es bis gestern – bis ich dieses Zubehörteil entdeckte, dessen Erfinder ich hiermit für den Medizinnobelpreis, Fachgebiet Orthopädie, vorschlage: eine flexible Schlange mit Saugkopf, an dem man ein Tablet befestigen kann; der Clou ist, dass das kleine biegsame Stativ auf dem Schreibtisch  genauso gut funktioniert wie auf dem Sofa. Genial, echt toll, 100 Prozent empfehlenswert, hier ist der Amzon-Link dazu: Tablet-Tail (keine finanziellen Interessen, nur begeistert). Man kann mit der Halterung auch arbeiten (also: tippen), aber das macht weniger Spass, denn dann wackelt der Schirm etwas und man muss ihn doch mit mindestens einer Hand stabilisieren.

Heute keine Schlusspointe, dafür ist das Thema zu wichtig. Und ich muss schnell zurück zu Suits 6.

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Voll des Lobes grüsst ROLF

Latest highlights

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Zum Style-Trip zurückbleiben bitte!

GREETINGS VOM UNDERGROUND Wer von den 70ern nicht nur die hässliche Seite sehen möchte, kann das in Berlin tun. Both Sides Now, wie wir Pophistoriker sagen. Auf der U-Bahn-Linie 7 zwischen Spandau und Charlottenburg haben sich Tunnel-Dekore erhalten, die zur Premiere von Architekten als modisch belächt wurden. Heute  gefallen sie genau deswegen: gut konservierter optimistischer Zeitgeist. Entworfen vom …

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Im Zeittunnel

GREETINGS AUS DEN 70ERN Geld stinkt nicht? Doch, ein bisschen müffelt es. Dazu das funzelige Licht. Aber ich will nicht klagen, es hat sich ja gelohnt – einmal falsch abgebogen und ein wissenschaftliches Rätsel gelöst: Es GIBT Zeittunnel. Wer vom Berliner Kurfürstendamm Nr. 207 das gleichnamige Karree betritt und mutig immer geradeausgeht, auch dann noch, wenn die …

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Im Ärztehaus

GREETINGS FROM GESUNDHEITSWESEN Neulich im Ärztehaus (ich schreib‘ mal nicht, welche Stadt): aus Versehen im Fahrstuhl die falsche Taste gedrückt und in der Tiefgarage gelandet. Und gestaunt: wie Krankenwagen sahen die Autos nicht aus. Ach, hätte ich in der Schule doch mehr aufgepasst. Oder wenigstens beim Autoquartett. Neidische Grüsse von Kassenpatient ROLF …

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Jetzt neu: Deutsch und Volk

GREETINGS FROM RECHTS UND LINKS Puh, erstmal hinsetzen nach dem Schreck. In der Post heute morgen: eine bräunlich-goldene Plastikkarte, verpackt in runenhaften Volks-Grafiken. Eine perfide Werbeaktion der AfD? Nein, schlimmer, aber auch komischer: der Versuch des Berliner Theatervereins Volksbühne, sich ein aktuelleren Auftritt zu geben; man wolle den Begriff Volk wieder positiv …

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greetings from Bahnhof

von
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SPRACHLABOR Ein Bahnhof, mein Lieber, ist, akustisch gesehen, ein kleines Babylon. Du weisst schon, Sprachgewirr. Und das nicht unbedingt, weil an diesen Orten eine besonders grosse Multikulti-Dichte herrscht. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Menschen reden hier anders, vielleicht, weil sie sich unbeobachteter, unbelauschter fühlen. Also ich warte gerade auf meinen doppelten espresso macchiato, kleiner Tipp, wenn man einen etwas stärkeren Cappuccino braucht, da hör ich andere Gäste und das Tresenpersonal ständig äusserst Befremdliches, geradezu Anzügliches wie „grosse Latte“ und „kleine Latte“ rufen. Und zwar immer mit dem irritierenden Artikel „die“ bzw. „eine“. Ich will jetzt nicht päpstlicher sein als der Papst, der ja gar nicht mehr so päpstlich wirkt, der nette neue. Aber Ästhetik und ein angenehmer Lifestyle fängt ja schon beim Sprechen an. Der Ton macht die Musik. Und schliesslich heisst es ja: Am Anfang war das Wort. Aber irgendwie ist es entglitten. Menschen reden, wie sie wollen. Das…

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Gehts noch?

von
Springer

GREETINGS TO SPRINGER Werter Herr Döpfner, CEO der Axel Springer AG, heute fand ich schon wieder ihr Gratis-Werbebättchen „Hamburger Abendblatt-Die Woche“ im Briefkasten. Bitte schicken sie mir doch ab sofort nicht nur davon keines mehr, sondern stoppen Sie doch – bitte! – auch die ganze Werbekampagne rund um den tollen 65. Geburtstag des Abendblattes und seiner innigen Liebe zur Stadt. Wie schizophren ist das denn, Medienwandel hin oder her? Erst die Zeitung und dann die Hamburger auch noch für so dumm verkaufen, die Scheinheiligkeit nicht zu sehen? Ihnen was anzupreisen und es selbst wegzuverramschen? Kann man alles machen, aber sich doch dann bitte nicht auch noch gleichzeitig als publizistischer, traditionsverliebter Stadtpatron feiern. Soviel Anführungszeichen gibt’s doch gar nicht… Kopfschüttelnde Grüsse von ROLF

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greetings from Venedig

von
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    AUFRUHR IN DER LAGUNE Ok mein Lieber, ich gebe zu, es ist absichtlich verwirrend. Zwar ist das Foto wirklich in Venedig gemacht worden, sogar von mir (nicht so schlecht, oder?), aber es zeigt nicht wirklich, wie sich ein Vaporetto, einer dieser immer übervollen Wasserbusse, an einem besonders stürmischen Tag durch die Lagune kämpft. Es ist nur ein abfotografiertes Detail eines wirklich beeindruckenden Ölgemälde eines, ich glaube belgischen Künstlers, das wiederum nur ein Teil einer ganzen Serie ist, die im Hauptpavillon der Giardini während der diesjährigen Kunst-Biennale zu sehen ist. Eines der beeindruckensten Werke, finde ich, ästhetisch wenigstens. Aber nicht nur. Es hat auch einen sehr aktuellen Bezug zur gastgebenden Stadt. Immer größer werden, wie man hört und liest die Probleme, die die riesigen Kreuzfahrtschiffe verursachen, weil sie am liebsten noch auf den Markusplatz fahren und sich unter der Rialto-Bücke durchzwängen würden. Das bedeutet, dass die Fahrrinnen vertieft werden müssen…

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Goodbye Jony

von
IOS

GREETINGS TO CUPERTINO Lieber Apple-Freund mit den guten Augen, den minikleinen Fingerspitzen, dem schlechten Geschmackdächtnis und Deiner Begeisterung für die neue IOS-Optik: Nein, nein, nein! Enttäusche Liebe ist ja immer besonders intensiv. Ich halte Jonathan Ive für den bisher wichtigsten Designer des 21. Jahrhunderts. Aber was er hier abgeliefert hat, ist tragisch. Welch’ eine Carte Blanche, Hard- und Software aus einer Hand gestalten zu dürfen – und welch’ eine versemmelte Chance. IOS 7 sieht aus, als sei Sir Ive nicht fertig geworden oder als kämpften immer noch zwei verfeindete Lager (um ihn herum oder in ihm drin) um die Führung: die elegant-feine und die Teletubbies-Manga-Fraktion. Dazu noch die Anmaßung, optische Bezüge aus dem echten Leben (Notizblock, Kalender) zu verbannen und dafür sinnlose, rätselhafte neue Symbole einzuführen. Übrigens hat Otl Aicher 1972 bei den Münchner Olympia-Piktogrammen vorgemacht, daß Bilderbuch-bunt und elegant & klar sogar zusammengehen können. Da ist Ive in der Designbibliothek nach der…

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greetings from Cupertino

von
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APFEL MIT BISS Mein lieber Freund und strenger Designkritiker, ich habe noch Deine Klagen im Ohr, wie furchtbar das neue iOS7 von Apple ist und ich habe Dir auch spontan recht gegeben. Trotzdem habe ich meine Geräte jetzt mit der neuen Oberfläche bestückt. Und … nach wie vor stimme ich zu, dass die Icons eher so aussehen, als seien sie der erste Entwurf gewesen und die jetzt abgelösten die professionelle Weiterentwicklung. Und allein für das „Fotos“-Icon, diese idiotische Regenbogen-Rose, die aussieht wie eine verunglückte Pril-Blume aus den 70ern, müsste der zuständige Grafiker eine nicht unerhebliche Abmahnung bekommen. Aber sonst? Ich bin eigentlich eher positiv überrascht, finde auch sehr viele gute Dinge. Zuerst mal: die Schrift. Superelegant, fein, aufgeräumt, übersichtlich. Kriegt von mir ein dickes „I like!“ Dann so Kleinigkeiten wie die Tatsache, das neue Bilder und Seiten jetzt geschmeidig auf den Bildschirm gleiten, „faden“ sagt man dazu wohl unter Experten. Und…

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